"Die Tochter meines Partners möchte mich an Weihnachten nicht dabei haben."

"Ich habe seit einem Jahr einen neuen Partner. Wir haben es wunderbar zusammen und planen, zusammenzuziehen. Aber seine Tochter (25) macht uns ein Strich durch die Rechnung. Sie hat eine sehr nahe Beziehung zu ihrem Vater. Zum Beispiel sagt sie, dass sie Weihnachten ohne mich, nur mit der Familie, feiern will und setzt ihn unter Druck, dass sie sonst nicht komme. Oder wenn mein Partner mir etwas schenkt, hört er von ihr Vorwürfe und rechtfertigt sich. Er ist auch schon allein mit seiner Tochter in die Ferien gefahren. Die Tochter wohnt in der Nähe von meinem Partner. So trafen sie sich auch oft spontan zu einem Essen, wo auch der Freund der Tochter dabei war. Mich hat er aber nicht dazu eingeladen. Ich habe zugegebenermassen auch schon mehrmals beleidigt reagiert in ihrer Gegenwart. Die Stimmung ist mittlerweile sehr angespannt. Was halten Sie davon?" Laura, 52

Liebe Laura

dass Sie die Nummer eins im Leben des neuen Partners sein möchten, ist verständlich. Aber die Tochter war schon vor Ihnen da. Und da eigene Kinder in der Prioritätenliste der Eltern meist zuoberst stehen, nehmen neue Partner automatisch Platz zwei ein. Umgekehrt sehnen sich gerade Kinder, die getrennt von ihrem Vater aufwachsen, nach exklusiver Zeit und Nähe mit ihm. Sie mögen es nicht, wenn ständig eine neue Frau dabei ist – (erst recht dann nicht, wenn die Mama für genau diese vom Papa verlassen wurde.) Da sind Spannungen oftmals vorprogrammiert. Machen Sie als Ältere den ersten Schritt und sagen Sie dem Töchterlein lächelnd, dass Sie ihr die zweisamen Stunden mit ihrem tollen Papa von Herzen gönnen. Die beleidigte Leberwurst zu spielen passt nicht zu einer reifen Frau wie Ihnen. So ist die Chance gross, dass die angespannte Stimmung gelockert wird und Vertrauen entsteht.

Die zentrale Figur in diesem Patchwork-System ist jedoch der liebe Papa. Der lässt sich vom Töchterlein definitiv zu stark unter Druck setzen. Rechtfertigen tut man sich allenfalls dann, wenn man einen dummen Fehler gemacht hat. Aber sicher nicht, weil man eine Partnerin liebt und mit ihr eine Zukunft aufbauen will! Viele Väter sind leider von Schuldgefühlen geplagt, weil sie sich einmal für die Trennung von der Ehefrau entschieden – und damit die Familie verlassen haben. So weisen sie allfällige Vorwürfe der Kinder nicht zurück, sondern rechtfertigen sich dauernd. Damit machen sie sich manipulierbar und lassen den Sprösslingen zu viel Macht. Es geht darum, dass Ihr Partner hier eine klarere Haltung einnimmt und bei der Tochter mit Stolz für Sie einsteht. Bei gemeinsamen Pärchen-Treffen und insbesondere an einem so wichtigen Feiertag wie Weihnachten, wo das Fest der Liebe zelebriert wird, gehören Sie auf jeden Fall dazu! Wenn sich Ihr Partner den Erpressungsversuchen der Tochter weiter unterwirft, tut er weder ihr noch sich selbst einen Gefallen. Und ausserdem hätte Ihre neue Partnerschaft langfristig keine Chance.


Herausforderung Patchworkfamilie – Wege aus der Sackgasse

"Mein neuer Freund stellt mir seine Kinder nicht vor." "Der Sohn meines Partners lehnt mich ab." "Meine Stiefmutter ist gemein zu mir." "Die Ex-Frau meines Partners hetzt seine Kinder gegen ihn auf." "Die Tochter meines Partners faulenzt und hilft im Haushalt nicht mit." "Seitdem unser Sohn eine neue Partnerin hat, dürfen wir unseren Enkel nicht mehr sehen." Eine neue Familienkonstellation nach einer Trennung stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen. In diesem Buch sehen Sie die Sichtweise der verschiedenen Parteien, finden lebensnahe Lösungen und gewinnen Verständnis für die einzelnen Familienmitglieder. Es ist der Schlüssel, damit ein harmonisches Zusammenleben gelingt!


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© Text: Christine Hefti, Fotos: Wix, Canva